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12.11.2012 12:31

Notengebung an Hochschulen muss transparenter werden

Dr. Christiane Kling-Mathey Geschäftsstelle
Wissenschaftsrat

    Wissenschaftsrat kommentiert dritten Arbeitsbericht zur Analyse der Prüfungsnoten

    Der Durchschnitt der Prüfungsnoten an deutschen Hochschulen weist je nach Studienfach, Hochschule und Abschluss nach wie vor große Unterschiede auf. „Mit welcher Note ein Studium abgeschlossen wird, hängt in Deutschland nicht nur von der Prüfungsleistung ab, sondern auch davon, was und wo man studiert“, erklärt der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Wolfgang Marquardt, zum heute veröffentlichten Arbeitsbericht für das Prüfungsjahr 2010. Dies bestätigt frühere Analysen der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates.

    Im Diplomstudiengang Biologie schnitten 2010 beispielsweise 98 Prozent, im Diplom­studiengang Psychologie 97 Prozent, in der Ersten Juristischen Staatsprüfung dagegen nur 7 Prozent der Universitätsabsolventinnen und -absol­venten mit „gut“ oder „sehr gut“ ab. In den entsprechenden Bachelorstudiengängen waren es 84 Prozent (Biologie), 95 Prozent (Psychologie) bzw. 37 Prozent (Jura).

    Erhebliche Unterschiede zeigen sich auch innerhalb der einzelnen Fachbereiche. So können die durchschnittlich vergebenen Abschlussnoten je nach Standort um mehr als einen ganzen Notenschritt voneinander abweichen.

    Generell setzt sich die Tendenz zur Vergabe besserer Noten im Vergleich zu früheren Jahren weiterhin fort. In den Bachelorprüfungen, die 2010 ein knappes Drittel der be­standenen Prüfungen ausmachten, wurde in vier von fünf Fällen die Abschlussnote sehr gut oder gut vergeben.

    Erstmals hat der Wissenschaftsrat dem von der Geschäftsstelle des Wissenschaftsrates erarbeiteten Bericht einen wissenschaftspolitischen Kommentar hinzugefügt, in dem er Empfehlungen zur möglichen Verwendung der Berichtsinhalte an die verschiedenen Adressaten wie Hochschulen, Studierende und Arbeitgeber ausspricht. Generell be­mängelt der Wissenschaftsrat die eingeschränkte Vergleichbarkeit von Prüfungsnoten. Durch die starken Unterschiede in der Notengebung zwischen einzelnen Fächern und zwischen einzelnen Hochschulstandorten werde die Aussagekraft der einzelnen Note erheblich geschwächt. Von diesem Problem seien mit der Stufung der Studiengänge und der Zulassungspraxis zum Master nun nicht mehr nur die Arbeitgeber, sondern auch die Hochschulen selbst betroffen.

    „Bei der Auswahl der Kandidatinnen und Kandidaten für Master-Programme sind die Hochschulen nun erstmals selber auf standortübergreifend vergleichbare Prüfungs­no­ten angewiesen“, so Marquardt. „Vielleicht gibt dies den Anstoß, die Benotungspra­xis an Hochschulen einmal gründlich zu reflektieren. Für diesen Prozess stellt der Ar­beits­bericht nützliche und relevante Informationen bereit.“ Langfristig müsse auf Bewer­tungsmaßstäbe hingewirkt werden, die eine weitgehende Vergleichbarkeit der Bache­lor-Prüfungsnoten zumindest im gleichen Fach und in verwandten Fächern ge­währ­leisten.

    In Kombination mit anderen vorliegenden Informationen bieten die hoch detaillierten, jeweils für einzelne Hochschulen und Fächer aufgeschlüsselten Daten des Berichts nach Auffassung des Wissenschaftsrates eine gute Voraussetzung dafür, die Notenver­gabepraxis nicht nur zu reflektieren, sondern auch erkennbar zu verbessern.


    Weitere Informationen:

    http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/pm_2312.pdf - Zur Pressemitteilung
    http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/2627-12.pdf - Prüfungsnoten an Hochschulen im Prüfungsjahr 2010 | Arbeitsbericht mit einem Wissenschaftspolitischen Kommentar des Wissenschaftsrates


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    fachunabhängig
    überregional
    Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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