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14.11.2012 15:13

Religion im Gehirn? Neuronale Grundlagen religiöser Erfahrung

Michael Seifert Hochschulkommunikation
Eberhard Karls Universität Tübingen

    Streitgespräch zwischen Friedrich Wilhelm Graf und Wolf Singer an der Universität Tübingen

    Am 22. November 2013 findet der dritte CIN Dialog des Forum Scientiarum und des Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften statt. Unter dem Titel „Religion im Gehirn? Zur Frage neuronaler Grundlagen religiöser Erfahrung“ diskutieren der evangelische Theologe Friedrich Wilhelm Graf von der LMU München und der Hirnforscher Wolf Singer vom Max-Planck-Institut Frankfurt über mögliche neuronale Grundlagen religiöser Erfahrung. Moderiert wird das Gespräch von Ulrich Schnabel. Das Streitgespräch findet um19.15 Uhr im Audimax, Neue Aula, Geschwister-Scholl-Platz statt.

    Die „CIN Dialogues at the Interface of the Neurosciences and the Arts and Humanities“ werden gemeinsam vom Forum Scientiarum der Universität Tübingen und dem Werner Reichardt Centrum für Integrative Neurowissenschaften veranstaltet. Die beiden interdisziplinär arbeitenden Einrichtungen wollen damit den Austausch zwischen Neuro- und Geistes- und Sozialwissenschaften über den akademischen Bereich hinaus sichtbar machen und in die Gesellschaft tragen.

    Zu den Personen:

    Friedrich Wilhelm Graf (Jahrgang 1948) ist Professor für Evangelische Theologie / Ethik an der LMU München. Er studierte Evangelische Theologie, Philosophie und Geschichte in Wuppertal, Tübingen und München. Als erster Theologe wurde er 1999 mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet. Graf ist ständiger freier Mitarbeiter der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung und der Neuen Zürcher Zeitung. Er forscht zu Fragen der neueren Kirchen- und Religionsgeschichte sowie zu aktuellen religiösen Zeitfragen und Entwicklungen und gilt als einer der profiliertesten Theologen Deutschlands. Kritisch setzte er sich auch mit atheistischen Denkern wie Richard Dawkins und Christopher Hitchens auseinander. Zu seinen wichtigsten neueren Publikationen gehören: Die Wiederkehr der Götter. Religion in der modernen Kultur (2004), Missbrauchte Götter. Zum Menschenbilderstreit in der Moderne (2009), Kirchendämmerung. Wie die Kirchen unser Vertrauen verspielen (2011).

    Wolf Singer, geboren 1943, studierte Medizin in München und Paris. Er ist emeritierter Direktor am Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt/Main und Gründungsdirektor des Frankfurt Institute for Advanced Studies (FIAS) sowie des Ernst Strüngmann Institute (ESI) for Neuroscience in Cooperation with Max Planck Society. Seine Forschung, in der er einen naturalistischen Ansatz vertritt, ist der Aufklärung der neuronalen Grundlagen höherer kognitiver Funktionen wie etwa Wahrnehmung und Erinnerung gewidmet. Dabei steht das Bindungsproblem im Fokus, also die Frage nach den kognitiven Prozessen, durch welche die einzelnen Sinnesdaten (Form, Farbe, Geruch etc.) zu einem Objekt verknüpft werden. Zu heftigen Kontroversen führte sein Standpunkt in der Willensdebatte, wonach das Konzept eines freien Willens anzulehnen sei. Singer scheut sich auch nicht, normative Schlüsse aus den neurophysiologischen Untersuchungen zur Willensfreiheit zu ziehen, indem er etwa eine Neuordnung des Strafrechts fordert. Zu seinen wichtigsten Publikationen gehören: Der Beobachter im Gehirn. Essays zur Hirnforschung (2002), Ein neues Menschenbild? Gespräche über Hirnforschung (2003) und (mit Matthieu Ricard): Hirnforschung und Meditation – Ein Dialog (2008).

    Ulrich Schnabel arbeitet seit 1993 als Redakteur der Hamburger Wochenzeitung DIE ZEIT und bearbeitet dort ein breites Themenspektrum, das von der Astrophysik über die Hirnforschung bis zu den Geisteswissenschaften reicht. Seit 2005 ist er vorwiegend als Autor tätig. Ulrich Schnabel hat Physik und Publizistik an der Universität Karlsruhe und der FU Berlin studiert. Eine Recherchereise führte ihn in die bekanntesten Neurolabors der USA (die in das Buch "Wie kommt die Welt in den Kopf?" mündete). Wichtige Publikationen: „Wie kommt die Welt in den Kopf?" (2004), „Die Vermessung des Glaubens" (2008) und „Muße: Vom Glück des Nichtstuns" (2010).

    Das Thema des Dialogs wird in einem eintägigen Workshop, der am Forum Scientiarum stattfindet, vertieft. Unter dem Titel „Religiöse Erfahrung in interdisziplinärer Perspektive“ tragen der Evangelische Theologe Christoph Schwöbel (Universität Tübingen), der Neurobiologe Jörg Mey (Aachen/Toledo), der Soziologe Hubert Knoblauch (TU Berlin) und der Psychologe (Schwerpunkt Religionspsychologie) Sebastian Murken (Philipps Universität Marburg) vor und diskutieren mit den Teilnehmern.

    Kontakt:
    Dr. Niels Weidtmann
    Wissenschaftlicher Leiter
    Forum Scientiarum der Universität Tübingen
    Doblerstr. 33
    72074 Tübingen
    Tel.: +49 7071 40716-12
    niels.weidtmann [@] fsci.uni-tuebingen.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Gesellschaft, Medizin, Religion
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft, Studium und Lehre
    Deutsch


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