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12.02.2013 09:12

Marc Schmidt forscht an der Hautklinik

Robert Emmerich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Mit molekularen Vorgängen bei Allergien und Hauterkrankungen befasst sich der Biologe Marc Schmidt. Seit Oktober 2012 forscht er als Professor am Würzburger Universitätsklinikum; davor war er an der Universität Gießen tätig.

    Im Zentrum der Forschung von Marc Schmidt steht das Endothel. Das ist die Zellschicht, welche die Blutgefäße innen auskleidet. Als Grenzfläche spielt sie eine wichtige Rolle beim Übergang von Sauerstoff und Nährstoffen aus dem Blut ins Gewebe. Sie trägt aber auch zu Entzündungs- und Wundheilungsprozessen in der Haut bei.

    Beispiel: Bei einer Infektion der Haut, etwa nach einem Insektenstich, sorgen Entzündungsbotenstoffe dafür, dass am Endothel spezielle Moleküle erscheinen. Diese locken dann weiße Blutkörperchen an, die sich durchs Endothel hindurch quetschen und zum Ort der sich anbahnenden Entzündung wandern.

    Neues über Kontaktallergien entdeckt

    Für das Entstehen einer Entzündung sind so genannte Muster-Erkennungs-Rezeptoren wichtig. Dabei handelt es sich um Proteine, die auf der Oberfläche verschiedener Zelltypen der Haut sitzen, aber auch auf den Endothelzellen. Ihre normale Aufgabe ist es, unliebsame Mikroorganismen im Körper zu identifizieren und zu deren Abwehr entzündungsfördernde Signalwege zu stimulieren.

    „Manche dieser Rezeptoren vermitteln aber auch die entzündende Wirkung von Nickel und Kobalt“, so Schmidt, „und damit sind sie mögliche Angriffspunkte für neuartige Therapieansätze gegen Kontaktallergien.“ Diese Erkenntnis seiner Arbeitsgruppe wurde 2010 in „Nature Immunology“ veröffentlicht.

    Wichtigen Signalwegen auf der Spur

    „Wir untersuchen außerdem Signalwege, welche die Erhaltung des Endothels und dessen Reorganisation nach krankheitsbedingten Umbau- und Reparaturprozessen steuern“, sagt der neue Professor. Dazu gehören Signalwege, die krankhafte Gefäßveränderungen bei Autoimmun- oder Tumorerkrankungen, Diabetes oder fortschreitender „Arterienverkalkung“ (Atherosklerose) mitverursachen. Dazu gehören aber auch Signalwege, die das Endothel vor krankhaften Veränderungen schützen.

    Als wichtigen schützenden Signalweg hat Schmidt die so genannte Erk5-MAPK-Kaskade identifiziert. „Über diese Kaskade üben offensichtlich auch Medikamente aus der Gruppe der Statine ihre gefäßschützende Wirkung aus“, so der Biologe. Statine würden zwar vorrangig zur Cholesterinsenkung eingesetzt, hätten daneben aber weitere positive Auswirkungen auf das Endothel. Welche weiteren Schutzfunktionen die Erk5-MAPK-Kaskade möglicherweise ausübt, wird in Schmidts Forschungsgruppe derzeit geprüft.

    Werdegang von Marc Schmidt

    Marc Schmidt, Jahrgang 1971, ist in Wertheim (Main-Tauber-Kreis) aufgewachsen und zur Schule gegangen. Er studierte Biologie an der Uni Würzburg und machte hier auch seine Doktorarbeit – am Institut für Medizinische Strahlenkunde und Zellforschung, in enger Zusammenarbeit mit der Universitätshautklinik.
    Seine Zeit als Postdoc verbrachte Schmidt von 2001 bis 2004 am Netherlands Cancer Institute in Amsterdam. Dort forschte er über den Zellzyklus und molekulare Vorgänge bei der Krebsentstehung.

    Danach richtete er sein Hauptinteresse auf die Blutgefäße, die Immunität und auf Allergien. Einschlägige Forschungsgruppen leitete er in den folgenden acht Jahren an der Uni Gießen und an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Uni Heidelberg. Anfang 2012 habilitierte er sich in Mannheim. Im Oktober 2012 folgte er dann einem Ruf auf die Professur für Molekulare Dermatologie an der Würzburger Universitätshautklinik.

    Kontakt

    Prof. Dr. Marc Schmidt, Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsklinikum Würzburg, T (0931) 201-26396, Schmidt_M11@klinik.uni-wuerzburg.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Biologie, Medizin
    überregional
    Personalia
    Deutsch


    Professor Marc Schmidt von der Uni Würzburg


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