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15.02.2013 11:58

Widersprüche zwischen Tradition und Moderne

Monika Landgraf Presse, Kommunikation und Marketing
Karlsruher Institut für Technologie

    Rasante globale Entwicklungen stellen unsere lokalen Alltagskulturen in Frage. Welchen Zerreißproben sind sie ausgesetzt? Wie lässt sich dennoch ein sinnvolles Miteinander realisieren? Danach fragen die 17. Karlsruher Gespräche „Die ,Zwischengesellschaft‘: Tradition und Moderne im Widerspruch“ vom 22. bis 24. Februar 2013, die das ZAK | Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale des KIT organisiert. Zum Auftakt sprechen die afghanische Parlamentsabgeordnete Shinkai Karokhail und die Publizistin Alice Schwarzer über Frauen zwischen Tradition und Moderne.

    Die Rolle der Frau in sich wandelnden muslimischen Staaten, das Widererstarken religiöser Überzeugungen in ehemals laizistischen Ländern, also solchen, die Religion und Staat streng trennen, oder die Individualisierung in einst kollektiven Gesellschaften wie der chinesischen: Die immer stärker vernetzte Welt stellt tradierte Wertvorstellungen und lokale Alltagsgewohnheiten auf die Probe. „Der fragile ,social contract‘ von Staaten und Gesellschaften steht weltweit unter Druck, sich an beschleunigte gesellschaftliche Entwicklungen anzupassen“, diagnostiziert Professorin Caroline Y. Robertson-von Trotha, Direktorin der ZAK. „Mit dem Begriff der ‚Zwischengesellschaft‘ wollen wir diesen hochdynamischen Zustand unserer globalisierten Gesellschaft mit seinen vielseitigen nichtlinearen Prozessen der Veränderung beschreiben.“ Die aktuellen Karlsruher Gespräche wollten deshalb einerseits auf die verschiedenen Facetten des Widerstreits zwischen Tradition und Moderne blicken, andererseits Ansätze diskutieren, wie unsere Gesellschaft künftig zusammengehalten werden kann, so Robertson-von Trotha.

    Hierzu eingeladen hat das ZAK international renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Repräsentanten des öffentlichen Lebens, die sich mit den soziologischen, kulturellen, politischen und gender-spezifischen Aspekten der ,Zwischengesellschaft‘ beschäftigen. Im Gespräch mit engagierten Bürgerinnen und Bürger fragen sie nach neuen lokalen Perspektiven der Globalisierung und Möglichkeiten eines friedlichen und sozial vertretbaren Miteinanders unterschiedlicher Gesellschaften und Kulturen. Die dreitägige Veranstaltung wird begleitet von einem breiten Kulturprogramm mit Film, Theater und Literatur. Die Stiftung Kunst und Kultur der Sparda-Bank Baden-Württemberg eG und die Stadt Karlsruhe unterstützen die Karlsruher Gespräche.

    Journalistinnen und Journalisten sind herzlich eingeladen. Anmeldung per E-Mail an jonas.moosmueller@kit.edu oder telefonisch unter 0721 608-48027.

    Aus dem Programm der 17. Karlsruher Gespräche:

    Am Eröffnungsabend, dem Freitag, 22. Februar, um 19.30 Uhr (SpardaEvent-Center, Baumeisterstraße 21) sprechen Shinkai Karokhail, eine der wenigen weiblichen Parlamentsabgeordneten Afghanistans und Mitgründerin des „Afghan Women’s Educational Center“, und die Publizistin und Frauenrechtlerin Alice Schwarzer über das Thema „Frauen zwischen Tradition und Moderne“.

    Das Symposium am Samstag, 23. Februar, ab 9.30 Uhr (Industrie- und Handelskammer Karlsruhe, Lammstraße 13-17) eröffnet der britische Soziologe und Globalisierungstheoretiker Professor Roland Robertson mit einem Vortrag zum Thema „Glokalisierung und die Moderne der Tradition“. Mit zivilgesellschaftlichen Veränderungsprozessen im globalen Zeitalter beschäftigt sich Professor Jude Howell von London School of Economics. Im Mittelpunkt steht ferner der gesellschaftliche Wandel in verschiedene Weltregionen. So spricht Professor Elisio Macamo (Mosambik/Schweiz), Leiter des Zentrums für Afrikastudien der Universität Basel über „Afrikas Mühe mit der ,Moderne‘“. Vom Umgang mit kulturellem Erbe berichtet Professorin Susanne von der Heide (Deutschland/Nepal) am Beispiel Bhutans. Analysiert wird darüber hinaus die im Wandel begriffene gesellschaftliche Rolle von Frauen in der arabischen Welt und die Frage nach der Relevanz extremer religiöser Strömungen wie Salafismus oder Evangelikalismus.

    Bei der Podiumsdiskussion am Sonntag, 24. Februar, um 11 Uhr (SpardaEvent-Center) geht es um „Religion: Zwischen Glaube, Kultur und Politik“. Die Hauptrede hält die vielfach ausgezeichnete ägyptische Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Dr. Nawal El Saadawi. Mit dem Thema beschäftigt sich im Anschluss eine von SWR-Journalist Gabór Páal moderierte Gesprächsrunde mit internationalen Künstlern und Wissenschaftlern, wie dem Regisseur Karim El-Shenawy (London) oder der Theologin Dr. Anne Françoise Weber (Kairo).

    Kulturelle Veranstaltungen begleiten das Programm: Dazu gehört eine lange ARTE-Filmnacht mit zahlreichen Dokumentarfilmen zu verschiedenen Aspekten der „Zwischengesellschaft“ im ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe am Samstag, 23. Februar, um 20 Uhr. Am Sonntag, 24. Februar, liest José F.A. Oliver um 15.00 Uhr im UNTEREN FOYER des Badischen Staatstheaters Karlsruhe aus seinem interkulturellen Essayband „Mein andalusisches Schwarzwalddorf“. Am Abend um 19 Uhr zeigt das Staatstheater Karlsruhe im STUDIO eine Werkschau von „Kinder der Revolution“ – ein Gastspiel des Schauspielhauses Bochum.

    Eine Anmeldung zur Eröffnung am 22. Februar und zur Lesung am 24. Februar ist erwünscht: per Telefon unter 0721 608 44384 oder im Internet unter http://www.zak.kit.edu.

    Weitere Informationen und vollständiges Programm unter: http://www.zak.kit.edu/karlsruher_gespraeche.php


    Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts nach den Gesetzen des Landes Baden-Württemberg. Es nimmt sowohl die Mission einer Universität als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung – Lehre – Innovation.

    Diese Presseinformation ist im Internet abrufbar unter: http://www.kit.edu


    Weitere Informationen:

    http://www.zak.kit.edu/karlsruher_gespraeche.php


    Anhang
    attachment icon Widersprüche zwischen Tradition und Moderne

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Politik, Religion
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


    Traditon und Moderne im Einklang: Wie das funktionieren kann, diskutieren die Gäste der Veranstaltung des ZAK


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