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15.02.2013 14:19

Herausforderung Unisex-Tarif

Detlef Bremkens Dez. 3 KIT Kommunikation, Innovation, Transfer
Hochschule Bochum

    Bochumer Wirtschaftsabsolventin Stephanie Schmiege kalkulierte für SOLIDAR-Versicherungsgemeinschaft Lebensversicherung

    Was für Kunden mehr Gerechtigkeit bedeuten soll, das hieß für Versicherungen in Europa zunächst mehr Aufwand: seit Ende letzten Jahres sind sogenannte Unisex-Tarife verbindlich, also Kostenberechnungen, bei denen nicht berücksichtigt wird, ob der Versicherungskunde Mann oder Frau ist. Für ein kleineres Unternehmen wie die SOLIDAR Sterbegeldversicherung in Bochum war die Umstellung ihrer Lebensversicherung auf Unisex-Tarif eine Herausforderung. Unterstützung gab es durch die Hochschule Bochum: Die Kalkulation wurde das Thema der Bachelor-Arbeit von Absolventin Stephanie Schmiege. Jetzt bedankte sich die SOLIDAR-Versicherung bei der jungen Akademikerin für ihre gelungene Leistung mit einer Anerkennung in Höhe von 1.000 Euro. Der Vorstandsvorsitzende Klaus Reimann überreichte ihr die Nachricht persönlich.
    Unisex-Tarife sind Versicherungstarife, die das Geschlecht der Versicherungsnehmer bei der Beitragsberechnung nicht mit berücksichtigt. Dabei ist die rechtliche Bestimmung, dass Männer und Frauen das gleiche für die gleiche Versicherung zahlen müssen, auch wenn sie im Durchschnitt unterschiedlich lange beziehungsweise gesund leben, Resultat eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs, das einheitliche Tarife ab dem 21. Dezember 2012 vorschreibt.
    Insofern war für Stephanie Schmiege Eile geboten, als sie im Sommer letzten Jahres beschloss, die „Herausforderung Unisex-Tarif“ anzunehmen und sich in das vielschichtige Thema mit Fragestellungen zwischen Recht, Finanzen und Statistik einzuarbeiten. Im Oktober 2012 konnte sie die Arbeit anmelden und noch von Inkrafttreten der neuen Rechtslage war die Bachelor-Arbeit Ende November fertig.
    Für Stephanie Schmiege bot die Zusammenarbeit mit der SOLIDAR ungewöhnliche Chancen. Schließlich konnte sie sich für ihre Abschlussarbeit mit allen Bereichen der Versicherung beschäftigen und durfte sogar interne Unterlagen und Informationen einsehen. „Die meisten Versicherungskonzerne sind so groß, dass man immer nur einen bestimmten Arbeitsbereich kennenlernen kann. Die SOLIDAR bot für mich als eine Art Mikrokosmos die Möglichkeit, das vielschichtige, hoch komplexe Thema in seiner Gänze zu begreifen und umzusetzen. Und ich konnte alle Fragen stellen, auf die es ankam und auch sensible Themen ansprechen.“
    Besonders gefreut hat sich ihr Betreuer, Prof. Dr. Dirk Kaiser. Er hatte sie persönlich für das Thema interessiert und war jetzt umso stolzer, Stephanie Schmieges Arbeit mit der Bestnote auszeichnen zu können. Sogar ihre berufliche Perspektive hat die Beschäftigung Schmieges mit den Unisex-Tarifen verändert: Die gelernte Reisekauffrau sucht jetzt einen Trainee-Platz in der Versicherungsbranche.


    Weitere Informationen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Unisex-Tarif
    http://www.gdv.de/2012/09/was-sie-ueber-die-neuen-unisex-tarife-wissen-sollten/
    http://www.solidar-versicherung.de/ - die SOLIDAR-Versicherung


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter
    Wirtschaft
    regional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


    Freude über die gelungene und erfolgreiche Bachelor-Arbeit (von links nach rechts): Wirtschaftsprofessor Dr. Dirk Kaiser, Stephanie Schmiege und SOLIDAR-Vorstandsvorsitzender Klaus Reimann.


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